BodenlegerListe
Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Wörterbuchseite, Symbolbild für das Glossar der Fachbegriffe rund um Bodenleger

Glossar

Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die rund um Bodenleger, Parkettleger & Fußbodentechnik immer wieder auftauchen. Jeder Eintrag beginnt mit einer Definition in ein bis zwei Sätzen und nennt danach, worauf sie sich stützt.

33 Begriffe

Nutzungsklasse

Die Nutzungsklasse gibt nach DIN EN ISO 10874 an, wie stark ein Bodenbelag beansprucht werden darf. Die erste Ziffer nennt den Bereich, 2 für Wohnen, 3 für Gewerbe, 4 für Industrie, die zweite die Intensität, 1 leicht, 2 mäßig, 3 stark, zusammen etwa die verbreitete Klasse 23 oder 33.

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Parkettleger und Meisterpflicht

Der Parkettleger ist ein zulassungspflichtiges Handwerk der Anlage A der Handwerksordnung. Seit dem 14. Februar 2020 gilt dafür wieder die Meisterpflicht, ein selbstständiger Betrieb kommt nur mit bestandener Meisterprüfung oder einer gleichgestellten Qualifikation in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer, sonst bleibt die Eintragung verwehrt.

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Bodenleger als Gewerbe

Bodenleger ist als handwerksähnliches Gewerbe in Anlage B2 der Handwerksordnung geführt, nicht in Anlage A. Eine Eintragung in die Handwerksrolle und eine Meisterprüfung sind dafür nicht vorgeschrieben, das Gewerbe lässt sich mit einer einfachen Gewerbeanmeldung selbstständig ausüben, ohne vorherige Prüfung durch die Handwerkskammer.

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Handwerksrolle

Die Handwerksrolle ist das amtliche Verzeichnis der Handwerkskammer, in das jeder Betrieb eines zulassungspflichtigen Gewerks der Anlage A eingetragen sein muss, bevor er selbstständig arbeiten darf. Für handwerksähnliche Gewerbe der Anlage B2, etwa Bodenleger, ist eine solche Eintragung nicht vorgeschrieben.

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Massivparkett

Massivparkett, auch Einschichtparkett genannt, besteht durchgehend aus einem Stück Vollholz ohne Trägerschicht. Es lässt sich über viele Jahrzehnte mehrfach abschleifen und neu behandeln, reagiert dafür stärker auf Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit als ein mehrschichtiger Aufbau aus Mehrschicht- oder Fertigparkett.

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Mehrschichtparkett

Mehrschichtparkett besteht aus mehreren verleimten Lagen, bei denen nur die oberste Nutzschicht aus dem sichtbaren Holz gefertigt ist, die Trägerlagen darunter meist aus günstigerem Nadelholz. Ab drei Millimetern Nutzschicht spricht man von Dreischicht-, ab vier Millimetern von Zweischichtelementen. Der Aufbau bleibt dabei stets erkennbar an der sichtbaren Maserung der Nutzschicht.

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Fertigparkett

Fertigparkett ist werksseitig fertig geschliffen und bereits mit Öl, Wachs oder Lack behandelt, im Unterschied zu rohem Massivparkett, das erst nach der Verlegung beim Kunden seine endgültige Oberfläche erhält. In der Praxis ist Fertigparkett fast immer zugleich Mehrschichtparkett, siehe dort.

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Vinylboden

Vinylboden ist ein elastischer Bodenbelag aus PVC-Kunststoff, der als LVT (Luxury Vinyl Tile) oder unter dem Marketingbegriff Designboden verkauft wird. Er besteht aus Trägerschicht, bedruckter Dekorschicht und einer transparenten Nutzschicht, meist ergänzt um eine werksseitige Trittschalldämmung aus Kork oder Schaumstoff.

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Designboden und SPC

SPC steht für Stone Polymer Composite, einen mineralisch verstärkten Kern, der Designböden besonders formstabil und druckfest macht. Im Unterschied zum klassischen LVT mit PVC-Kern ist SPC mit vier bis sechs Millimetern dicker und starrer, dadurch weniger flexibel, aber unempfindlicher gegen schwere Möbel.

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Laminat

Laminat ist ein mehrschichtiger Bodenbelag mit einer Trägerplatte aus hochverdichteten Holzfasern (HDF), auf die ein bedrucktes Dekorpapier und eine transparente Schutzschicht (Overlay) unter Hitze und Druck aufgepresst werden. Es bildet echtes Holz oder Stein nur optisch nach, ohne dessen Material zu enthalten.

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Trittschalldämmung

Trittschalldämmung ist die Dämmung des Körperschalls, der beim Begehen eines Bodens entsteht und sich in darunterliegende Räume überträgt. Sie liegt als eigene Dämmschicht unter dem Belag oder ist bei manchen Vinyl- und Laminatböden bereits werksseitig aufkaschiert, siehe Trittschallverbesserungsmaß. Ohne eine solche Dämmung wirkt jeder Schritt deutlich lauter in der Wohnung darunter.

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Trittschallverbesserungsmaß

Das Trittschallverbesserungsmaß gibt in Dezibel an, um wie viel ein Bodenbelag oder eine Unterlage den Trittschall gegenüber einer unbehandelten Referenzdecke reduziert. Zehn Dezibel weniger entsprechen für das menschliche Ohr etwa einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke im Wohnraum darunter. Angegeben wird der Wert stets für die konkrete Kombination aus Belag und Dämmschicht.

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Estrich

Estrich ist die tragende, ebene Schicht zwischen Rohdecke und Bodenbelag, die Lasten aufnimmt und Fußbodenheizungen aufnehmen kann. Je nach Bindemittel unterscheidet man vor allem Zement- und Anhydritestrich, beide auch als schnell verarbeitbarer Fließestrich, siehe die jeweiligen Einträge dieses Glossars. Ohne tragfähigen, ebenen Estrich hält kein Bodenbelag dauerhaft und gleichmäßig auf der Fläche.

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Zementestrich

Zementestrich basiert auf Zement als Bindemittel, ist robust, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und vergleichsweise günstig, trocknet dafür sehr langsam. Für Parkett gilt bei Zementestrich üblicherweise ein Grenzwert von 2,0 CM-Prozent Restfeuchte ohne und 1,8 CM-Prozent mit Fußbodenheizung, siehe CM-Messung. Erst nach ausreichender Trocknungszeit darf ein Bodenbelag darauf verlegt werden.

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Anhydritestrich

Anhydritestrich, auch Calciumsulfatestrich genannt, verwendet Gips statt Zement als Bindemittel und trocknet dadurch schneller sowie mit besserer Wärmeleitfähigkeit als Zementestrich. Er reagiert aber empfindlich auf Feuchtigkeit und eignet sich deshalb nur für den Innenbereich, nie für dauerhaft feuchte Nassräume. Bei Wassereintritt verliert er rasch seine Festigkeit und muss oft komplett erneuert werden.

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Fließestrich

Fließestrich ist eine dünnflüssig eingebrachte Estrichmischung, die sich unter ihrem eigenen Gewicht selbst verläuft, nivelliert und verdichtet, statt von Hand abgezogen zu werden. Besonders verbreitet ist er als Anhydritestrich, es gibt ihn aber auch auf Zementbasis, je nach Bauvorhaben. Für große, durchgehende Flächen ist er deshalb die praktischere Wahl als handabgezogener Estrich.

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CM-Messung

Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) ist das anerkannte Verfahren, um die Restfeuchte eines Estrichs vor der Verlegung eines Bodenbelags zu bestimmen. Eine Materialprobe reagiert dabei mit Calciumcarbid, der entstehende Gasdruck zeigt den Feuchtegehalt in CM-Prozent zuverlässig an, siehe Belegreife. Ohne diese Messung bleibt jede Aussage über die Verlegereife des Untergrunds reine Vermutung.

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Belegreife

Belegreife, auch Verlegereife genannt, bezeichnet den Zustand eines Estrichs, bei dem die Restfeuchte so weit gesunken ist, dass ein Bodenbelag gefahrlos verlegt werden darf. Festgestellt wird sie durch eine CM-Messung gegen einen für das jeweilige Gewerk geltenden Grenzwert. Erst nach dieser Feststellung darf der beauftragte Betrieb mit der Verlegung beginnen.

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Randfuge

Die Randfuge ist der bewusst freigelassene Spalt zwischen einem Bodenbelag und angrenzenden festen Bauteilen wie Wänden, Heizungsrohren oder Türzargen. Sie gibt dem Belag Raum, sich mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit auszudehnen oder zusammenzuziehen, ohne sich aufzuwölben oder zu verwerfen. Ohne sie überträgt sich jede Bewegung des Belags direkt auf die angrenzende Wand.

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Dehnungsfuge

Eine Dehnungsfuge ist eine bewusst eingeplante Unterbrechung im Bodenbelag, die Spannungen aus Ausdehnung und Zusammenziehen des Materials aufnimmt und so Risse oder Aufwölbungen verhindert. Bei Parkett ist meist mindestens zehn Millimeter Abstand zu Wänden und festen Bauteilen vorgeschrieben. Wie breit sie ausfallen muss, hängt von Material, Raumgröße und Verlegeart ab.

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Schwimmende Verlegung

Bei der schwimmenden Verlegung liegt der Bodenbelag lose auf dem Untergrund oder einer Dämmschicht, ohne fest verklebt zu sein. Die einzelnen Elemente sind meist über ein Klicksystem oder eine Nut-und-Feder-Verbindung miteinander verbunden, nicht mit dem Untergrund darunter befestigt. Das erleichtert später auch den Austausch einzelner beschädigter Elemente im Belag.

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Vollflächige Verklebung

Bei der vollflächigen Verklebung wird der Bodenbelag über die gesamte Fläche fest mit dem Untergrund verbunden, meist mit einem elastischen Parkett- oder Dispersionskleber. Der Belag arbeitet dadurch deutlich weniger als bei schwimmender Verlegung und leitet Wärme besser weiter. Dafür lässt sich ein einzelnes Element im Schadensfall kaum noch rückstandsfrei entfernen.

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Klicksystem

Das Klicksystem ist eine mechanische Nut-und-Feder-Verbindung an den Kanten von Paneelen, mit der sich Laminat, Fertigparkett oder Vinylboden ohne Kleber schwimmend verlegen lässt. Die Elemente rasten beim Einschieben hörbar und fest ineinander, ohne Kleber oder Werkzeug dafür zu brauchen. Ein späteres Nachrüsten mit Kleber ist bei diesem System nicht mehr vorgesehen.

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Akklimatisierung

Akklimatisierung bezeichnet die Ruhezeit, in der Parkett oder Fertigparkett vor der Verlegung ungeöffnet und liegend im Raum lagert, damit sich das Holz an die dortige Temperatur und Luftfeuchtigkeit angleicht. Üblich sind mindestens 48, oft 72 Stunden vor Arbeitsbeginn. Wird diese Zeit verkürzt, drohen später sichtbare Fugen oder Aufwölbungen im fertigen Boden.

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Parkettsortierung

Die Parkettsortierung beschreibt, wie viel natürliche Struktur einer Holzart in der Optik eines Bodens sichtbar bleibt, unterteilt vor allem in Natur, Gestreift und Rustikal. Sie sagt nichts über Belastbarkeit oder Haltbarkeit aus, sondern ausschließlich über das äußere Erscheinungsbild des Belags.

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Verlegemuster

Das Verlegemuster bestimmt, in welcher Anordnung die einzelnen Parkettelemente verlegt werden, und prägt damit die Wirkung des Raums entscheidend mit. Die verbreitetsten Muster sind der gerade Schiffsboden und das winklig verlegte Fischgrätmuster, seltener das ältere, heute wiederkehrende Würfelmuster. Welches Muster zum Raum passt, hängt stark von dessen Größe und Lichteinfall ab.

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Parkettölung

Bei der Ölung zieht das Öl in das Holz ein, ohne die Oberfläche vollständig zu verschließen, dadurch bleibt die natürliche Haptik erhalten. Geölte Böden müssen dafür regelmäßig, meist einmal jährlich, nachgeölt werden, weil sich das Öl im Alltag abnutzt. Wie oft nachgeölt werden muss, hängt stark von der tatsächlichen Beanspruchung des Raums ab.

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Parkettversiegelung

Bei der Versiegelung, meist mit Lack, wird die Holzoberfläche vollständig geschlossen und dadurch besonders strapazierfähig und pflegeleicht. Anders als bei geöltem Parkett ist im Alltag kaum Nachbehandlung nötig, die Poren des Holzes bleiben dabei aber dauerhaft vollständig verschlossen. Für stark beanspruchte Räume gilt sie deshalb häufig als die praktischere Grundentscheidung.

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Gewährleistung bei Bodenbelagarbeiten

Die gesetzliche Gewährleistung für Bodenbelagarbeiten nach BGB beträgt fünf Jahre ab Abnahme, wenn die Arbeit als Bauwerksleistung gilt, etwa bei vollflächiger Verklebung. Bei schwimmend verlegtem, nicht fest verbundenem Belag wenden Gerichte häufig die kürzere Frist von zwei Jahren an. Welche Frist im Einzelfall gilt, hängt von der Verlegeart und der Vertragsgrundlage ab.

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Abnahme

Die Abnahme ist die förmliche Erklärung des Auftraggebers, dass er die Arbeit des Bodenlegers als im Wesentlichen vertragsgerecht erbracht anerkennt. Mit ihr beginnt die Gewährleistungsfrist zu laufen, und die Beweislast für spätere Mängel wechselt vom Betrieb auf den Auftraggeber. Ohne dokumentierte Abnahme lässt sich der Beginn der Frist im Streitfall schwer nachweisen.

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Ausgleichsmasse

Ausgleichsmasse, auch Spachtelmasse genannt, ist ein pulverförmiges mineralisches Bindemittel auf Gips- oder Zementbasis, das mit Wasser angerührt Unebenheiten im Untergrund vor der Verlegung ausgleicht. Ab etwa zwei Millimetern Höhenunterschied gilt ein Ausgleich als notwendig, sonst drückt der Belag später durch.

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Fase

Die Fase ist eine kleine, abgeschrägte Kante an den Längs- und Querseiten eines Parkett- oder Vinylelements, die im verlegten Zustand als sichtbare V-förmige Fuge zwischen den einzelnen Dielen erscheint. Man unterscheidet zwei- und vierseitig gefaste Beläge, je nach gewünschter Optik.

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Brinellhärte

Die Brinellhärte misst, wie widerstandsfähig eine Holzart gegen Dellen und Druckstellen ist, indem eine Stahlkugel in die Oberfläche gedrückt und der entstehende Eindruck ausgewertet wird. Je kleiner der Eindruck, desto höher die Brinellzahl und desto härter das Holz. Für die Wahl der Holzart lohnt sich deshalb ein Blick auf die tatsächliche Raumnutzung.

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